Historische Berichte: Caruso und Daniel Sorano
Klinische Berichte aus der damaligen Zeit, überliefert von Christophe Besson
Diese beiden Texte sind keine zeitgenössischen Zeugnisse, sondern klinische Berichte aus der damaligen Zeit, überliefert im Beitrag von Christophe Besson zum Werk TOMATIS — Une expérience à partager (Kapitel „Genèse et évolution de l’oreille électronique“). Sie erhellen die Geschichte der Methode und der ersten Anwendungen des Elektronischen Ohres.
Der Sänger und das Geheimnis Carusos
Das Buch berichtet den Fall eines französischen Sängers, der, nachdem er dank der Behandlung durch Tomatis seine Stimme wiedergefunden hatte, hartnäckig an einer Passage aus La Forza del Destino scheiterte — einer bestimmten Note, die für ihn ein unüberwindliches Hindernis darstellte. Beim Vergleich seiner Stimmgebung mit jener von Enrico Caruso bemerkte Tomatis, dass der große Tenor vor den schwierigen Passagen ein kurzes Klicken einfügte — eine leichte Diskontinuität, die dem Ohr den Augenblick gab, den es brauchte, um sich auf das Hören vorzubereiten. Diese Beobachtung steht am Ursprung des Umschaltprinzips des Elektronischen Ohres.
Daniel Sorano findet seine Stimme wieder
Um 1954 empfing Tomatis Daniel Sorano, einen ehemaligen Sänger, der zum großen Schauspieler geworden war und die Modulation seiner Bühnenstimme verloren hatte. Tomatis wandte bei ihm die Behandlung an, die er seinen Sängern vorbehielt, und Sorano fand seine Stimme wieder. Der Bericht hält auch eine für das Verständnis der Methode entscheidende Beobachtung fest: Indem er versuchsweise das rechte Ohr des Schauspielers ausschaltete, stellte Tomatis fest, dass dieser sogleich zu stottern begann — eine Bestätigung dafür, dass es das rechte Ohr ist, das die audio-vokale Schleife steuert.